DDR - DIKTATUR


Kleine weiße Friedenstaube........
Jugendorganisationen In der DDR begann die Wehrerziehung bereits im Kindesalter. Sie fand unregelmäßig in Form von Truppenbesuchen von Kindergärten in Kasernen oder Präsenz der Nationalen Volksarmee (NVA) auf Pressefesten und ähnlichen Veranstaltungen statt. I n unteren Klassenstufen, Pionierlagern, Ferienspielen und Ferienlagern wurden Geländespiele und so genannte Pioniermanöver durchgeführt.
Wehrdienstunterricht Wehrunterricht war als Teil der Wehrerziehung in der DDR zwischen 1978 und 1989 ein obligatorisches Unterrichtsfach für alle Schüler der 9. und 10. Klassen der Polytechnischen und Erweiterten Oberschulen. Der Unterricht bestand aus einem theoretischen Teil in den Schulen, einem Wehr- oder Zivilverteidigungslager und den abschließenden so genannten „Tagen der Wehrbereitschaft“. Die Wehrerziehung setzte sich mit der vormilitärischen Ausbildung während der Berufsausbildung und in der Abiturstufe der Erweiterten Oberschulen fort
Gesellschaft für Sport und Technik Die GST wurde am 7.8.1952 auf Vorschlag des ZK der SED gegründet, als eine Massenorganisation für sportlich und technisch Interessierte mit besonderen Aufgaben für die wehrsportliche Erziehung und vormilitärische Ausbildung von Jugendlichen. Damit wurde zugleich einer Forderung des IV. Parlaments der FDJ im Mai 1952 entsprochen: bereits bestehende wehrsportliche Interessengemeinschaften der FDJ wurden nun in die neue einheitliche Organisation der GST überführt. Zwar war die GST formal eine selbständige Organisation, doch übernahm hinsichtlich der Aufgabenstellung für die vormilitärische Ausbildung zunächst das MdI die Anleitung und Koordination, später, mit der Bildung der NVA im Jahr 1956, das MfNV.Eine Mitgliedschaft in der GST war ab dem Alter von 14 Jahren möglich (in Ausnahmefällen mit Genehmigung der Erziehungsberechtigten auch früher). In der GST konnte man sich in unterschiedlichen Sektionen in verschiedenen Sportarten betätigen, wozu dann auch einzelne Sportverbände mit erweiterter Eigenverantwortung gegründet wurden. Folgende Sportarten (Wehrsportarten) wurden angeboten: Militärischer Mehrkampf, Wehrkampfsport, Sportschießen, Motorsport (hier legten viele den Führerschein für Moped oder Motorrad ab), Nachrichtensport, Seesport, Tauchsport, Flugsport, Fallschirmsport, Flug-, Schiffs- und Automodellsport. Das Angebot entsprach den Erfordernissen der zweijährigen vormilitärischen Laufbahnausbildung, die von der GST seit 1982/83 durchgeführt wurde und auf NVA-Berufe wie Motorschütze, Militärkraftfahrer, Funker, Fernschreiber, Matrose, Militärflieger, Fallschirmspringer oder Taucher vorbereiten sollte. Damit wurde die GST ihrer zugewiesenen Hauptaufgabe der vormilitärischen Ausbildung der 16- bis 18-Jährigen gerecht.

Nationale Volkarmee Die Gründung der Nationalen Volksarmee (NVA) geschah mitten im kalten Krieg. Die Länder des sowjetischen Einflußbereichs schlossen am 14. Mai 1955 das Militärbündnis Warschauer Vertrags. Die DDR war Gründungsmitglied, hatte aber offiziell noch keine Streitkräfte. Am 18. Januar 1956 verabschiedete die Volkskammer das "Gesetz über die Schaffung der Nationalen Volksarmee und des Ministeriums für Nationale Verteidigung". Die Soldaten der NVA rekrutieren sich zunächst aus Freiwilligen. Mit großem Propagandaaufwand bemüht sich das SED-Regime, die Jugend für den Waffendienst zu begeistern. Die Freie Deutsche Jugend (FDJ), die schon die Patenschaft für die Kasernierte Volkspolizei (KVP) übernommen hatte, unterstützt auch die Nachwuchswerbung der NVA. Der massive gesellschaftliche Druck zur "freiwilligen Selbstverpflichtung" erzielt jedoch nicht den gewünschten Erfolg. Nach dem Bau der Mauer 1961 wird im Januar 1962 die allgemeine Wehrpflicht eingeführt Die NVA ist eine ideologische Armee, in der die Politikschulung großgeschrieben wird. Feindbild ist der "imperialistische Westen". Die Soldaten sind zum widerspruchslosen Gehorsam gegenüber der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) verpflichtet. Um die Akzeptanz der NVA in der Bevölkerung zu erhöhen, setzt die politische Führung auf Paraden, Uniformierung nach dem Vorbild der Wehrmacht sowie Uniformzwang in der Öffentlichkeit. Eine Diskussion über die Wiederbewaffung findet in der DDR nicht statt.
Bereitschaftspolizei Die Volkspolizei-Bereitschaften (VPB), meist VP-Bereitschaften oder nur Bereitschaftspolizei genannt, gehörten zu den ?Kasernierten Einheiten des Ministerium des Innern? (MdI) der DDR. Sie unterstanden dem Stellvertreter des (Innen-)Ministers Bereitschaften/ Kampfgruppen. Die VPB gehörten nicht zu den Dienstzweigen der Deutsche Volkspolizei (DVP) und sind auch nicht aus der Kasernierten Volkspolizei (KVP) hervorgegangen. Die VP-Bereitschaften waren militärische Formationen, die neben dem Wachregiment Feliks Dzierzynski des Ministerium fr Staatssicherheit, den Hundertschaften der Kampfgruppen der Arbeiterklasse und den Truppenteilen der Nationalen_Volksarmee (NVA) bestanden. Die Funktion als Bereitschaftspolizei übten die parallel in den Bezirksbehörden der DVP (BDVP) bestehenden ääZentralen_Krfte_Schutzpolizei (ZKS) aus. Diese waren in militärische Hundertschaften gegliedert und mit Maschinenpistolen und weiteren Schützenwaffen ausgerüstet
Volkspolizei Gemeinsam mit unseren Helfern, Verwirklichen wir Tag und Nacht, Die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden Und damit ein Stück unsrer Macht. In Straßen . . . . Im Kampf mit den Feinden erfahren Und nie uns zu beugen bereit, Erfüllen wir treu auch in Zukunft; Den von uns geleisteten Eid. In Straßen . . . .
Transpotpolzei Die Transportpolizei hatte auch eine Rolle bei der Verhinderung von "Republikfluchten": Sie sicherte die Fahrten der Harzquerbahn ? durch das Sperrgebiet ? und kontrollierte einzelne Reisende in den D-Zügen, die in Richtung Grenzgebiet ? fuhren, so im Raum Salzwedel, Halberstadt, Eisenach, Meiningen. Stichprobenartige Kontrollen erfolgten auch in den Ferienzügen, die über Dresden in die CSSR, nach Ungarn und Rumänien fuhren. Bahnreisende sahen die Transportpolizei vor allem auf den Bahnhöfen: Die polizeiliche Sicherung der Bahnhöfe war eine weitere Aufgabe. Hinzu kamen die Sicherung der Züge, mit denen Fußballfans der Mannschaften der DDR-Oberliga ? fuhren, die Bahnsteigsicherung bei Halts von Transitzügen (Westberlin-BRD) sowie die Absicherung der Fahrten der Züge der DDR-Regierung ?. Personalstärke 1990: 5600 Polizisten, 800 Wehrpflichtige
Kampfgruppe Die Kampfgruppen (KG) waren eine besondere paramilitärische Organisation in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) neben der Nationalen Volksarmee (NVA) und den Bereitschaften der Volkspolizei. Die offizielle Bezeichnung ab 1959 war Kampfgruppen der Arbeiterklasse.Die einfachen Mitglieder dieser militärischen Einheit waren „Angehörige der Kampfgruppen der Arbeiterklasse“. Die Kämpfer waren meist männliche Mitglieder der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und später auch Nicht-Mitglieder und wenige Frauen in den Betrieben, staatlichen Einrichtungen, Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) sowie Hoch- und Fachschulen, die in ihrer Freizeit mehrmals im Jahr (meist an Freitagen/Wochenenden) zu militärischen Übungen und Schulungen in Uniform ausrückten. Des Weiteren wurden Angehörige der Kampfgruppen zur Unterstützung der Deutschen Volkspolizei (DVP) mobilisiert, wenn Angehörige der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland mit Munition (meist MG mit Patronen sowie Handgranaten) abgängig, sprich fahnenflüchtig waren. In ihrem Gelöbnis wurden die Kämpfer auf die SED eingeschworen, „zur Verteidigung der Errungenschaften des Arbeiter und Bauernstaates mit der Waffe in der Hand“. Kommandeurposten waren nur SED-Mitgliedern vorbehalten. Die Mitgliedschaft in den Kampfgruppen war eine Form des freiwilligen militärischen Dienstes zum Schutze des Vaterlandes, neben der Ausübung eines zivilen Berufes und außerhalb der NVA und der Grenztruppen der DDR. Das Mindestalter der Kämpfer war 25 Jahre, Doppelmitgliedschaften bei Gesellschaft für Sport und Technik (GST), DRK der DDR, Zivilverteidigung u. a. waren zur Vermeidung von Doppelunterstellungen verboten. Dies überwachten die Wehrkreiskommandos der NVA. In den Bildungseinrichtungen der Volksbildung wurden keine Kampfgruppen gebildet. Dafür wurde den Lehrern "empfohlen", innerhalb der GST als Ausbilder bei der vormilitärischen Ausbildung der Schüler, Lehrlinge oder Studenten mitzuarbeiten. Als Anerkennung für den ansonsten unbezahlten Dienst gab es ab einer fünfundzwanzigjährigen Zugehörigkeit einen Zuschlag zur Altersrente von monatlich 100 DDR-Mark.

Ministerium für Staatssicherheit Das MfS - Ministerium für Staatssicherheit, Stasi genannt, war der Geheimdienst der DDR. Er wurde 1950 gegründet. An seiner Spitze stand seit 1957 Erich Mielke, der die Stasi über 30 Jahre als fanatischer Hardliner bestimmte. Die Ostberliner Zentrale des MfS war im Wesentlichen in 20 Hauptabteilungen und die Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) aufgegliedert. Die Bezirksverwaltungen (BVfS) waren analog strukturiert. Ihnen waren Objektdienststellen in Stadt- und Landkreisen, Betrieben und Behörden unterstellt. Das flächendeckende Überwachungsnetz bediente sich der Spitzeldienste zahlloser Inoffizieller Mitarbeiter (IM) und nahm mit großem Aufwand Postkontrollen und Telefonüberwachungen vor.
Wachregiment "Feliks E. Dzierzynski"
  • Das Wachregiment Feliks E. Dzierzynski entstand aus dem Wachbatalion A (1951 -1954)und war der militärische Arm des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR und wurde im November 1954 aufgestellt Durchführung des Wach- und Sicherungsdienstes Personen- und Objektschutz einschließlich der Sicherung und Kontrolle
  • Nach geltendem Forschungsstand fungierte das Wachregiment "Feliks E. Dzierzynski" als Verfügungstruppe des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) für spezielle Repressions- und Objektsicherungsaufgaben. So war das Wachregiment zum Beispiel an der Niederschlagung des Aufstands vom 17. Juni 1953 beteiligt und später direkt MfS-Minister Erich Mielke unterstellt. Die Zugehörigkeit war freiwillig und mit erheblichen finanziellen und Karriere-Vorteilen verbunden; die dreijährige Dienstzeit ging über den 18-monatigen Grundwehrdienst hinaus. Die Mitglieder des Wachregiments hatten einen besonderen Eid auf das MfS zu leisten. Darin schworen sie, "ein ehrlicher, tapferer, disziplinierter und wachsamer Angehöriger des Ministeriums für Staatssicherheit" zu sein.
  • Durchführung des Wach- und Sicherungsdienstes Personen- und Objektschutz einschließlich der Sicherung und Kontrolle des Personenverkehrs in staatlichen Objekten und Einrichtungen Ehrenformation im Rahmen des "Militärischen Zeremoniells" beim Antritts- und Abschiedsempfang des Ständigen Vertreters der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR Sicherung von Demonstrationen und Großveranstaltungen (im Sprachgebrauch des MfS "Bereitstellung und Einsatz von Sicherungskräften bei politischen und gesellschaftlichen Höhepunkten") Verfügungstruppe des MfS Einsatz bei volkswirtschaftlichen Maßnahmen (Kohle, Energie, Landwirtschaft)